Umzugszeit ist Mottenzeit? So bringen Sie keine Motten in die neue Wohnung
Einleitung
Steht bei Ihnen bald ein Umzug an? Dann bietet genau das eine perfekte Gelegenheit, um einen gründlichen Mottencheck durchzuführen, die Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Denn wenn Sie erst damit warten, bis der Umzug bereits geschafft ist, bieten Sie ungewollt den Motten teils perfekte Bedingungen, um sich zu vermehren, bis das Problem außer Kontrolle gerät und zu größeren Schäden führen kann. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel alles, was Sie über Motten beim Umzug wissen sollten und wie Sie diese Ausnahmesituation zu Ihren Gunsten nutzen können.
1. Warum gerade beim Umzug auf Motten achten?
1.1 Alles wird angefasst, verpackt, gelagert
Doch warum eignet sich ausgerechnet ein Umzug so gut dafür, Ihr Hab und Gut auf Mottenschäden zu untersuchen? Ganz einfach. Kaum sonst hat man innerhalb kürzester Zeit alle Gegenstände, Kleidungsstücke und Vorräte einmal in der Hand. Beim Vorbereiten eines Umzugs kommen oft nach langer Zeit all die Sachen zu Tage, die zuvor jahrelang in vergessenen Ecken des Hauses eingelagert und versteckt waren. Auch das Glas mit Haferflocken ganz hinten im Vorratsschrank und die alten Wollpullover auf dem Dachboden, die Sie eigentlich schon lange spenden wollten. Feine Gespinste, kriechende Maden, Puppen und Kotreste der Motten entgehen einem sonst oft komplett, bis man durch eine flatternde Motte auf eine mögliche Plage aufmerksam wird und oft mit Schrecken feststellt, wie weit sich das Problem bereits ausgebreitet hat.
[Foto von Dina Badamshina auf Unsplash]
1.2 Motten reisen mit
Wer sich nicht im richtigen Moment darum kümmert, den Motten den Kampf anzusagen und sie systematisch zu bekämpfen, der verschleppt die lästigen Schädlinge oftmals. Eier und Larven verschiedener Mottenarten verstecken sich in Textilien und Teppichen aus Naturfasern sowie Vorräten aller Art, beispielsweise in Mehl, Trockenfrüchten, Schokolade oder Gewürzen. Werden all diese Leibspeisen der Motten nun im Zuge des Umzugs in Kisten, Kartons und Säcke verfrachtet, bieten genau diese Orte oft ein perfektes Zwischenlager, in dem die Motten sich in Ruhe ausbreiten und fortpflanzen können. Dabei bleiben die Schädlinge oft unbemerkt, bis sie im neuen Zuhause die Kartons wieder öffnen.
1.3 Motten in neuer Wohnung
Vielleicht ist Ihnen im alten Zuhause ja bereits ein leichter Mottenbefall aufgefallen und Sie hatten sich schon darauf gefreut, nach dem Umzug endlich Ruhe von den flatternden Motten zu haben? In der neuen Wohnung angekommen kann es also sein, dass Ihnen erst beim Auspacken und Einräumen Ihrer Vorräte und Textilien auffällt, welchen erheblichen Schaden die Motten angerichtet haben, nachdem sie sich ungefragt dem Umzug angeschlossen haben. Wenn Ihnen erst nach dem Auspacken im neuen Zuhause nach einiger Zeit Mottenschäden auffallen, kann es eventuell auch sein, dass der Vormieter Ihnen unwissentlich Mottenlarven hinterlassen hat, die sich nun mit großem Appetit auf Ihre Vorräte und Textilien stürzen. Wie auch immer es zum Befall kam, jetzt ist es wichtig, festzustellen, um welche Motten es sich handelt und eine passende Bekämpfungsmethode zu wählen.
2. Welche Motten kommen am wahrscheinlichsten mit?
2.1 Woher kommen Motten im Kleiderschrank?
Meistens gelangen Kleidermotten auf einem dieser Wege in Ihr Zuhause: Entweder sie fliegen durch Fenster und Türen hinein, oder sie werden durch gebrauchte Textilien eingeschleppt, die nicht ausreichend kontrolliert wurden.
Sobald die Motten einmal drinnen sind, begeben sie sich auf die Suche nach Nahrung. Besonders Gegenstände und Kleidungsstücke aus natürlichen Fasern wie Wolle, Seide, Hanf oder Fell sind bei Kleidermotten beliebt. Dabei richten nicht die Motten selbst den Schaden an, sondern ihre Brut. Die Mottenlarven schlüpfen aus den Eiern, die von weiblichen Motten in Kleidung, Teppichen, Polstern, Kuscheltieren oder Tierfellen abgelegt wurden und fressen sich durch Ihren Kleiderschrank. Sie hinterlassen dabei kleine Löcher, welche sich vor allem anhand ihrer unregelmäßigen Form von beispielsweise in der Waschmaschine entstandenen Schäden unterscheiden lassen.
Haben Sie Kleidermotten festgestellt und wollen den Mottenbefall bekämpfen? Eine effektive, biologische Lösung bei Kleidermotten bieten Schlupfwespen. Diese natürlichen Gegenspieler der Motten parasitieren deren Eier und durchbrechen somit den Entwicklungskreislauf der Schädlinge, wodurch eine weitere Ausbreitung des Problems verhindert wird.
2.2 Woher kommen Motten in der Küche?
Lebensmittelmotten nisten sich oft in deinen Vorräten ein, ohne dass Sie es mitbekommen. Entweder sie fliegen durch geöffnete Fenster oder Türen hinein, oder werden unbemerkt an oder in Verpackungen aus dem Supermarkt eingeschleppt. Wichtig ist dabei so oder so: Es sind nicht die Falter, die den Schaden anrichten, sondern ihre Larven. Häufig werden trockene Vorräte wie Mehl, Haferflocken, oder Zwieback, aber auch Tierfutter, Gewürze, Schokolade und Trockenfrüchte befallen. Feine Gespinste (Fäden wie Spinnenweben) sowie kleine Larven und Kokons in den Vorräten weisen auf einen Schädlingsbefall hin.
Sie wollen den Mottenbefall bekämpfen? Gegen Lebensmittelmotten können Schlupfwespen als biologische Lösung ohne synthetische Chemie eingesetzt werden. Mit ihrem feinen Geruchssinn spüren sie die Mottenlarven auf, legen darin ihre eigenen Larven ab und durchbrechen so den Lebenszyklus der Schädlinge zielgerichtet und effektiv. Ganz ohne schädliche Rückstände.

3. Vor dem Umzug: Mottencheck beim Packen
Gerade weil sich ein Mottenbefall oft erst bemerkbar macht, wenn er sich bereits ausgebreitet hat, lohnt sich der prüfende Blick schon beim Packen. Nehmen Sie sich dafür ein bis zwei Abende Zeit und gehen Sie Raum für Raum vor. Legen Sie alles, was verdächtig aussieht, direkt auf einen separaten Stapel, damit es nicht versehentlich in die falschen Kartons wandert.
3.1 Kleidung und Textilien
Sichten Sie Ihre Kleiderschränke von oben bis unten, auch die Ecken, in die Sie selten schauen. Achten Sie auf kleine, unregelmäßige Löcher, feine Gespinste und winzige Kotkrümel. Verdächtige Stücke behandeln Sie getrennt vom Rest. Waschbare Kleidung kommt nach dem Pflegehinweis möglichst heiß in die Maschine, etwa bei 60 Grad, wenn das Etikett es erlaubt. Wolle und Seide gehören nicht in die heiße Wäsche, hier hilft stattdessen die Kälte. Verpacken Sie die Stücke in einen dichten Plastikbeutel und legen Sie sie für mehrere Tage in die Gefriertruhe oder das Gefrierfach. Üblich sind mindestens drei Tage bei minus 18 Grad. Lassen Sie die Beutel nach dem Einfrieren zunächst geschlossen, bis die Textilien Raumtemperatur erreicht haben, damit sich kein Kondenswasser bildet.

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3.2 Teppiche
Werfen Sie vor dem Einrollen einen Blick auf die Rückseite. Die Larven fressen sich häufig von unten nach oben durch den Teppich, sodass der Schaden auf der Oberseite lange unsichtbar bleibt. Teppiche aus Wolle und anderen Naturfasern sind deutlich gefährdeter als Synthetikteppiche. Finden Sie Gespinste oder Larven, hilft eine gründliche Dampfreinigung. Bei starkem Befall oder wenn Sie unsicher sind, sortieren Sie den Teppich besser aus, bevor er in die neue Wohnung mitreist.

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3.3 Spielzeug und Sonstiges
Auch Kuscheltiere, gestrickte Teddys und Spielzeug mit Fell oder Wollanteilen sind für Motten interessant. Prüfen Sie sie genau und frieren Sie sie im Zweifel wie die Textilien ein. Denken Sie außerdem an Dinge, die lange unberührt in Kisten lagen, etwa Decken, Kissen mit Naturfüllung oder Polsterbezüge.
3.4 Vorräte
Kontrollieren Sie alle offenen Packungen auf Gespinste, Larven und verklumpte Stellen. Befallene Lebensmittel entsorgen Sie am besten sofort in einem verschlossenen Beutel über den Restmüll. Im Zweifel gilt: lieber aufbrauchen oder entsorgen, als das Risiko mitzunehmen. Alles, was einwandfrei aussieht, füllen Sie vor dem Transport in verschließbare Behälter aus Glas oder Kunststoff um. So kann nichts hinein und bei einem unentdeckten Befall auch nichts hinaus.
3.5 Staubsauger und Zubehör
Ein Staubsauger mit Beutel kann unbemerkt zum Brutplatz werden, denn im Staub finden Larven Haare, Hautschuppen und Fasern. Entsorgen Sie vor dem Umzug den Beutel, reinigen Sie Gerät und Zubehör gründlich oder ersetzen Sie den Beutel zumindest durch einen frischen. So starten Sie in der neuen Wohnung nicht mit dem alten Staub.
3.6 Möbel und Schränke
Schubladen und Schränke, die mit umziehen, wischen Sie feucht aus, um Staub, Gespinste und Reste zu entfernen. Wenn Sie mögen, geben Sie ein paar Tropfen Lavendel oder Pfefferminzöl ins Wasser. Wringen Sie das Tuch dabei gut aus. Bei Naturholz sollten Sie vorsichtig sein, weil Wasser und ätherische Öle die Oberfläche angreifen können. Wischen Sie im Zweifel nur die Innenflächen ab und testen Sie vorab an einer unauffälligen Stelle.
4. Beim Umzug: Sicher transportieren
Behandelte Textilien packen Sie in dichte Behälter oder verschließbare Beutel, damit sie auf dem Weg nicht neu befallen werden. Verdächtige Stücke transportieren Sie getrennt vom Rest und kennzeichnen die Kartons deutlich, damit Sie am Ziel wissen, was zuerst kontrolliert werden muss. Gepackte Kartons sollten nicht lange im Keller oder in der Garage zwischengelagert werden, denn dort finden Motten oft ungestörte Bedingungen. Planen Sie lieber so, dass Ihre Kisten möglichst direkt von der alten in die neue Wohnung gelangen.

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5. Nach dem Umzug: Neuanfang im neuen Zuhause
5.1 Schränke und Räume vor dem Einräumen prüfen
Bevor Sie Ihre Sachen einräumen, lohnt sich ein Rundgang durch die neue Wohnung. Saugen Sie Schränke, Schubladen, Regale und Fußleisten gründlich aus und wischen Sie sie anschließend feucht ab. Kontrollieren Sie dabei besonders Ecken, Fugen und die Rückseiten von Einbauschränken. Falls der Vormieter unbemerkt Motten hinterlassen hat, finden Sie hier die ersten Hinweise.
5.2 Mit Kontrolle starten
Stellen Sie gleich zu Beginn Pheromonfallen für Kleidermotten und Lebensmittelmotten auf. Die Fallen locken männliche Motten an und zeigen Ihnen zuverlässig, ob etwas mitgekommen ist. Sie sind also ein Frühwarnsystem, ersetzen aber keine Bekämpfung. Sobald Falter in der Falle kleben, wissen Sie, dass Sie handeln müssen, und das lange bevor Schäden sichtbar werden.
5.3 Dauerhaft vorbeugen
Mit ein paar Gewohnheiten halten Sie Ihr neues Zuhause langfristig mottenfrei. Fliegengitter an den Fenstern halten Falter von außen fern, luftdichte Behälter schützen Ihre Vorräte, und regelmäßiges Saugen und Lüften nimmt Larven Staub und Rückzugsorte. Zedernholz und Lavendel können Ihren Schrank als Ergänzung angenehm duften lassen. Ein verlässlicher Schutz gegen bereits vorhandene Motten sind sie nach unserem Kenntnisstand allerdings nicht, deshalb ersetzen sie die Kontrolle nicht.
6. Motten schon mitgezogen? Was jetzt hilft
Falls Sie trotz aller Vorsicht nach Ihrem Umzug dennoch Motten entdecken, bleiben Sie ruhig. Ein Befall lässt sich in den meisten Fällen gut eingrenzen. Isolieren Sie zuerst alles Betroffene in dicht verschlossenen Beuteln, entsorgen Sie befallene Lebensmittel und saugen Sie die betroffenen Bereiche gründlich ab. Bestimmen Sie dann, ob es sich um Kleidermotten oder Lebensmittelmotten handelt, denn davon hängt die passende Methode ab.
Eine gezielte Möglichkeit, einen Befall ohne chemische Insektizide zu regulieren, sind Schlupfwespen. Sie legen ihre Eier in die Motteneier und unterbrechen so den Entwicklungskreislauf der Schädlinge. Wie das genau funktioniert, lesen Sie in unserem Blogartikel zu Schlupfwespen gegen Motten.
7. Kurzcheckliste zum Mitnehmen
Vor dem Umzug
- Textilien sichten, heiß waschen oder einfrieren
- Teppichrückseiten kontrollieren
- Kuscheltiere und Spielzeug prüfen
- Offene Vorräte prüfen, Rest in verschließbare Behälter umfüllen
- Staubsaugerbeutel wechseln, Gerät reinigen
- Schränke und Schubladen auswischen
Beim Umzug
- Behandelte Textilien dicht verpacken
- Verdächtiges getrennt transportieren
- Kartons nicht lange zwischenlagern
Nach dem Umzug
- Schränke und Räume aussaugen und auswischen
- Pheromonfallen aufstellen
- Vorräte in luftdichten Behältern lagern
- Regelmäßig saugen und lüften
Fazit
Ein Umzug ist stressig, aber auch die beste Gelegenheit, Ihr gesamtes Hab und Gut einmal in die Hand zu nehmen und zu prüfen. Wer vor dem Packen auf Motten achtet, beim Transport für dichte Verpackung sorgt und im neuen Zuhause mit Pheromonfallen kontrolliert, startet mit großer Wahrscheinlichkeit ohne ungebetene Mitbewohner. Und falls doch Motten mitgereist sind, lässt sich der Mottenbefall bekämpfen und mit dem richtigen Vorgehen gezielt und biologisch eingrenzen, zum Beispiel mit Schlupfwespen.
